Evangelische Schulstiftung Hamburg e.V.

Beispielschultag

Der Schultag ist in jeweils drei Unterrichtsblöcke geteilt, deren Strukturierung den Gruppen überlassen ist, so dass die unten angegebenen Zeiten nicht festgelegt sind, sondern der Schulalltag sich nach dem Rhythmus der Kinder richtet. Nach dem ersten Unterrichtsblock gibt es eine halbstündige Frühstückspause (10.00-10.30 Uhr), nach dem zweiten die einstündige Mittagspause (12.30-13.30 Uhr). Der dritte Unterrichtsblock endet um 15.30 Uhr. Einmal in der Woche feiern die Kinder zusammen eine Andacht mit ihren Pädagog/innen.

Ein gleitender Unterrichtsbeginn erleichtert den Kindern das Ankommen. Sie haben Zeit zum Spielen, Reden, Lesen, Frühstücken und Vorbereiten.

Im ersten Teil des Schultages werden im Morgenkreis erst einmal Probleme geklärt, die Tagesarbeit geplant, Wünsche und Interessen geäußert, Ideen eingebracht und auch gemeinsam gesungen. Der Morgenkreis ist der Ort demokratischer Entscheidungen der Lerngruppe. Er wird nach festgesetzten Regeln von den Kindern selber gestaltet und geleitet. Der/Die Pädagog(e)/-in ist einerseits Garant für die Einhaltung der Regeln des Morgenkreises und andererseits dessen gleichberechtigtes Mitglied.

Die Arbeitszeit I bis zur großen Pause steht vorrangig der Plan- und Freiarbeit in der Lerngruppe zur Verfügung. Hier arbeiten die Kinder selbstständig an ihren eigenen, individuell mit dem/der Pädagog(en)/-in erstellten Lernentwicklungsplänen. Die Aktivitäten umfassen Pflichtaufgaben, um den Lehrplänen und dem Wissensstand der Kinder gerecht zu werden, und frei gewählte Aufgaben zum Vertiefen und Erweitern des Interesses und Wissens.

Ab 10.00 Uhr ist eine längere Pause. Es ist Zeit für ein gemeinsames zweites Frühstück und Spiele mit den Freunden auf dem Pausenhof.

Die Arbeitszeit II ist für die gemeinsame Arbeit in den Lerngruppen gedacht. Es wird an gemeinsamen Projekten gearbeitet, zusammen Sport gemacht oder es werden bestimmte Themen erarbeitet.

Der zweite Unterrichtsblock kann mit Schlusskreis enden, der dazu dient, sich auf den Schulvormittag zurückzubesinnen und der den Kindern Gelegenheit gibt, ihre Arbeiten vorzustellen. Außerdem kann hier gemeinsam gelesen, gesungen oder gespielt werden.

Von 12.30 bis 13.30 Uhr ist Mittagspause. Die Kinder und Erwachsenen der Schule sollen gemeinsam ihre Mahlzeit einnehmen können.

In der Arbeitszeit III von 13.30 bis 15.30 Uhr werden in Form von Kursen und Werkstätten Arbeitsgemeinschaften und Freizeitaktivitäten angeboten.

Unser Unterricht

Schule findet bei uns in altersgemischten, integrativen Lerngruppen statt. Das jahrgangsübergreifende Lernen fördert nachweislich die Lernfähigkeit und die Entwicklung des Sozialverhaltens.
Für die Kinder hat ein Aufwachsen in Gruppen mit unterschiedlichsten Kindern viele Vorteile:
Jedes Kind kann sich als “klein” und “groß” erleben und wechselt diese Rolle im Laufe der Grundschulzeit. Gegenseitiges Anleiten und Helfen zwischen Älteren und Jüngeren, “Schnelleren” und “Langsameren” soll an die Stelle eines einheitlichen, für alle Kinder geltenden Unterrichtsgeschehens treten. Die Kinder erleben ihre Gruppenkameraden als Partner im schulischen Leben, von und mit denen sie lernen können. Erfahrungen werden von Kindern weitergegeben und angenommen. Die größere Alters- und Entwicklungsheterogenität vergrößert das Spektrum an Anregungen und Herausforderungen, an Beziehungs- und Orientierungsmöglichkeiten.

In unseren Schulen haben alle Kinder ihren Platz: Kinder mit besonderen Stärken und Talenten, Kinder mit besonderem sonderpädagogischem Förderbedarf und Kinder mit Behinderungen. Durch das indivudalisierte Lernen kann das einzelne Kind die Förderung erhalten, die es braucht. So ist es möglich, Kinder gezielt in ihren Stärken zu fördern und auf Schwächen einzugehen. Die Kinder lernen an einem gemeinsamen Lerninhalt, können jedoch unterschiedliche Aufgaben bearbeiten – so wollen wir Kindern Lernen ermöglichen und ihnen Spaß und Neugierde am Lehrstoff erhalten. Dieses Vorgehen fördert starke und schwache Schüler und Schülerinnen. Die individuelle Lernformen – z.B. Projektarbeit, Stationenlernen und Lernen anhand von Wochenplänen – sind fester Bestandteil des Unterrichts, bei dem die 45-Minuten-Blöcken aufgelöst sind. Er richtet sich vielmehr nach den Bedürfnissen der Kinder und fördert ihre optimale Lernbereitschaft. Basierend auf binnendifferenzierten und zieldifferenten Unterrichtsprinzipien kann jedes Kind sein eigenes Lerntempo bestimmen und wird vom/von der Pädagog(en)/-in individuell nach seinem Leistungsvermögen gefördert. Ein besonderer Akzent liegt in unserer Schule darauf, dass die Kinder mit der Sprache umzugehen lernen: lesen, schreiben, vorlesen und zuhören können sind besonders wichtige Kompetenzen.

Der Unterricht an unseren Schulen orientiert sich an den vorgegebenen Rahmenplänen für eine Grundschule in Hamburg und erfüllt deren volles Spektrum. Gleichzeitig wollen wir in unserer pädagogischen Arbeit auch eigene Akzente setzen. Für alle Schulen verbindliche Schwerpunkte werden Religion und die Schlüsselqualifikation Literacy sein. Das Lesen aus Büchern und das Schreiben eigener Geschichten stärkt die Ausdrucks- und Darstellungsfähigkeit und sensibilisiert die Kinder für eine genaue Wahrnehmung ihrer Umwelt. Der Unterricht an unseren Schulen bietet Raum für gemeinsames und individuelles Vorlesen und Schreiben.

Das Schulkonzept unterliegt einem fortwährenden Prozeß der Evaluation und Überprüfung.
Sie finden den aktuellen Stand hier als Download.

  Schulkonzept (PDF)

Schule unterm Kirchturm

Wir freuen uns sehr, dass wir als Schirmherrn für die Evangelische Schulstiftung Hamburg e.V. Herrn Adolphsen, der lange Zeit Hauptpastor am Michel in Hamburg war und jetzt im Ruhestand ist, gewinnen konnten.
H.Adolphsen

Grußwort von Helge Adolphsen für die Evangelische Schulstiftung Hamburg e.V.:
„Um der Kirche willen muss man christliche Schulen haben und erhalten; denn Gott erhält die Kirche durch Schulen“ hat Martin Luther gesagt. Protestantisches Christentum und öffentliche Bildungsarbeit standen zur Zeit der Reformation in enger Verbindung miteinander. Denn der emanzipatorische Impe-tus der evangelischen Bewegung, die Eroberung der „Freiheit eines Christenmenschen“ hatten Bildung zu ihrer Voraussetzung: nur wer lesen und schreiben kann, der kann sich auch in differenzierte Gedankengänge hineinbegeben und so die Welt an dem Ort verändern, an dem er steht. Die dafür nötigen Einrichtungen wurden überall dort gegründet, wo die Reformation Fuß fasste. In Hamburg hat Johannes Bugenhagen 1529 der Stadt nicht nur eine neue Kirchenordnung gegeben, sondern auch eine Schule gegründet, die Gelehrtenschule des Johanneums. Wer an der Zukunft bauen möchte, der gründet Schulen.

In diesem Sinne ist es ein faszinierendes Unternehmen, das die „Evangelische Schulstiftung Hamburg“ begonnen hat: evangelische Schulen zu gründen. Damit übernimmt sie Verantwortung für das so schwierige und so lohnende Feld der öffentlichen Bildung. Sie tut das mit einem beeindruckenden Konzept, das vom christlichen Menschenbild getragen ist: jedes Kind ist willkommen, behinderte Kinder lernen zusammen mit Kindern ohne Behinderungen. Das integrative Element führt ebenso Schule und Kirchengemeinde zusammen. Gemeinden, die eine „Schule unterm Kirchturm“ bei sich einrichten, bekommen damit einen neuen Zugang zu den Menschen in ihrem Stadtteil. Die Gemeinde kann dadurch vielfach überhaupt erst wieder werden, was sie ihrem Anspruch nach immer schon ist: ein kraftvoller Lebensmittelpunkt im Quartier, ein Kristallisationspunkt, an dem Alltag und Fest, religiöse und bürgerliche Existenz, Kinder- und Erwachsenenwelt zusammenkommen.

Für diese zukunftsweisende Arbeit wünsche ich der „Evangelischen Schulstiftung Hamburg“ viele begeisterte Menschen, die hier helfen: durch ihr Engagement an Zeit, an Phantasie und schließlich auch an Geld. Denn ohne eine solide finanzielle Grundlage können auch Evangelische Schulen nicht funktionieren. Gern habe ich es übernommen, gerade in der schwierigen Anfangsphase für diese Initiative die Schirmherrschaft zu übernehmen.

Helge Adolphsen,
Hauptpastor an St. Michaelis von 1987-2005

 

RSS 2.0   XHTML   Powered by WordPress